Baustein: Portfolio

Die Arbeit mit dem Portfolio ist  ein Schritt zu einer  pädagogisch orientierten Leistungskultur, in der die Leistungen von Kindern als individuelle Entwicklungsschritte gewürdigt werden: „Für eine umfassende Leistungsbewertung (…) können Lerndokumentationen der Kinder wie Fachhefte, Lerntagebücher und Portfolios herangezogen werden.“ (RL für die Grundschule, S. 36)

Die Arbeit mit dem Portfolio umfasst die gezielte Sammlung von Schülerarbeiten, die die Geschichte der Anstrengungen, Fortschritte und Leistungen eines Kindes spiegeln und bezieht sich auf folgende Ziele:

 

-      Dokumentation der individuellen Lernentwicklung(Lernentwicklungsdokumentation)

-      Dokumentation der erreichten Kompetenzen (Leistungsdokumentation)

-      Herstellung von Transparenz über das Gelernte:

für Kinder, für Eltern, für Lehrerinnen und Lehrer durch Erkennen und sichtbar machen des individuellen Lernweges, des individuellen Lernzuwachses

-      Würdigung der individuellen Arbeit eines Kindes (positive Verstärkung und Ermutigung)

-     Aufzeigen von Lernchancen – was ist der nächste Lernschritt? (Steuerungsfunktion)

 

Mögliche Inhalte:

Neben Arbeiten in „Papierform“ (z.B. Arbeitsblätter, Bilder, Lernpässe, Urkunden, mind-maps…) können auch erarbeitete ‚Produkte‘ (z.B. im Kunst- und Sachunterricht) durch Fotos dokumentiert werden. Selbsteinschätzungsbögen sowie Einzel- und auch Gruppenarbeiten bereichern die Sammlung. Grundsätzlich beziehen sich die Dokumentationen sowohl auf fachliche als auch überfachliche Lernanstrengungen.

Je nach Vereinbarung in der Klasse können in einem gesonderten Teil auch Tests aufgenommen werden.

 

Portfolioarbeit bezieht sich auf alle Fächer, dazu stimmen sich Fach- und Klassenlehrerinnen miteinander ab.

 

Die Einführung und Umsetzung der Portfolioarbeit in einer Klasse braucht Zeit für die notwendigen Verständigungsprozesse zwischen Lehrer/innen und den Kindern. Die Auswahl von Arbeiten für das Portfolio geschieht nicht planlos, sondern erfolgt begründet in gemeinsamen Gesprächen von Lehrenden und Lernenden. Dies kann z.B. in Form einer Kindersprechstunde geschehen, aber auch bei kürzeren Lerngesprächen ‚zwischendurch‘.