Baustein: Gemeinsamer Unterricht

„Dort, wo die Grundschule im Rahmen der Vorgaben des Landes als Ort der sonderpädagogischen Förderung festgelegt wird, gestaltet sie den Gemeinsamen Unterricht so, dass Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf gemeinsam und erfolgreich miteinander lernen können. Gemeinsames Lernen ist auch bedeutsam für ein gemeinsames Leben behinderter und nicht behinderter Menschen außerhalb der Schule. Es fördert gegenseitige Rücksichtnahme und Anerkennung.“ (Rili, S. 12)

Seit zwanzigJahren wird an unserer Schule der Gemeinsame Unterricht von Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf praktiziert. Er basiert auf der gesetzlichen Grundlage des Landes NRW.

Ziel ist es, dass alle Kinder gleichwertig und gleichberechtigt am gemeinsamen Schulleben teilhaben und in ihrer Verschiedenheit akzeptiert werden. Unsere Schule versteht sich somit als ein Lernort, an dem durch differenziertes und individualisiertes Lernen sowie durch ein multiprofessionelles Team von pädagogischen, sozial- und sonderpädagogischen Fachkräften die Voraussetzung für eine Schulgemeinschaft geschaffen wird, in der sich alle wohlfühlen können. Eine gute und intensive Kooperation zwischen Schule und Eltern unterstützt dieses Anliegen.

Sonderpädagogische Förderschwerpunkte im Gemeinsamen UnterrichtGrundsätzlich können Kinder mit allen sonderpädagogischen Förderschwerpunkten gefördert werden. Die Entscheidung über den Förderort trifft die Schulaufsicht unter Berücksichtigung der personellen und sächlichen Voraussetzungen der allgemeinen Schule. Bisher konnten folgende Förderschwerpunkte im Gemeinsamen Unterricht an der Gebrüder-Grimm-Grundschule berücksichtigt werden:

Lernen (LE)

Emotionale und soziale Entwicklung (ES)

Sprache (SQ)

Hören und Kommunikation (HK)

Körperliche und motorische Entwicklung (KM)

Sehen (SH)

Organisationsformen des GUDie Bildung von GU–Klassen wird flexibel gehandhabt. Sie erfolgt unter Beachtung pädagogischer Gesichtspunkten und ist abhängig von den individuellen Voraussetzungen der Kinder, von den Förderschwerpunkten sowie von den organisatorischen Voraussetzungen

Es stehen zwei Sonderpädagogen an der Schule für die sonderpädagogische Förderung zur Verfügung

Darüber hinaus können bei entsprechendem Bedarf Kollegen und Kolleginnen von Förderschulen zugewiesen werden. Je nach Förderschwerpunkt werden von entsprechenden Förderschulen Lehrkräfte zugewiesen.

Grundsätze der Förderung

Für die Förderung im GU sind vielfältige Maßnahmen und Kooperationen notwendig:

Schulinterne Maßnahmen

 Bildung von Klassenteams für die gemeinsame Arbeit und Planung (Klassenlehrerin, Sonderpädagoge/-pädagogin, Fachlehrerin, Sozialpädagogin)

Unterricht im Team (stundenweise)

Rücksichtnahme auf die individuellen Lernvoraussetzungen aller Schülerinnen und Schüler, in Abstimmung auf die Lehrpläne des jeweiligen Förderschwerpunktes

Berücksichtigung der individuellen Förderpläne

Offene und kooperative Unterrichtsformen

Kooperationen

Kooperation im Lehrerteam (Toleranz, Akzeptanz, Empathie, Flexibilität, Kritikfähigkeit)

Kooperation mit der OGATA (Einheitliche Vorgehensweisen, Informa­tions­austausch, Transparenz)

Kooperation mit den Eltern (Informationsaustausch, Beratung, Transparenz, gemeinsame Planung der schulischen und außerschulischen Förderung, Bereitschaft der Eltern zu außerschulischen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen)

Kooperation mit außerschulischen Einrichtungen (Austausch zwischen Schule, Ärzten und Therapeuten Jugendamt, Tagesgruppen)

Förderpläne

Ein sonderpädagogischer Förderplan ist ein förderdiagnostisches Instrument zur Planung, Dokumentation und Reflexion der Förderung von Schülern und Schülerinnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Hier finden sich Ziele für die individuelle Förderung eines Kindes im Kontext der Lerngruppe, der familiären Situation und der Ressourcen der Schule. Für jedes Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf wird ein Förderplan erstellt und regelmäßig aktualisiert.

Die Förderplanarbeit dient

der Optimierung der Förderung als Hilfe für die tägliche Unterrichtsplanung,

 als Basis für die jährliche Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarfs,

 als Grundlage von Gutachten und Berichten sowie

der Transparenz gegenüber den beteiligten Personen.

Unterrichtsformen

Offene Unterrichtsformen erleichtern die Arbeit im GU. Sie ermöglichen den Schülerinnen und Schülern und den Lehrkräften durch innere und äußere Differenzierung ein individuelles Arbeiten sowie ein gemeinsames Lernen mit unterschiedlichen Schwerpunkten am gleichen Thema. Durch ein großes Angebot unterschiedlicher Lernformen können alle Kinder ihre individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten in das Schulleben einbringen und Könnenserfahrungen erleben. Kooperative Lernformen fördern die Kommunikation und Zusammenarbeit der Kinder untereinander und stärken ihre sozialen Kompetenzen.

(s. auch Musische Bildung und Lernformen)

Leistungsbewertung

Die Leistungsbewertung für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf erfolgt je nach Förderschwerpunkt auf der Grundlage der Vorgaben der

Richtlinien und Lehrpläne der allgemeinen Schule sowie auf der Grundlage der Vorgaben der  Richtlinien und Lehrpläne des jeweiligen Förderschwerpunkts.